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Bild: LulzBot

I

n seinem Buch „The Future“ hat der

frühere US-Vizepräsident Al Gore die

Erfindung des 3D-Drucks als genauso

revolutionär bezeichnet wie die von

Henry Ford erfundenen Fließbänder: 3D-

Druck werde die Industrie verändern und

die Industrie 4.0. und profitabler machen.

Vom Prototypen bis zum Serienprodukt –

für Industrieunternehmen sind 3D-Druck

und Additive Manufacturing schon längst

state of the art.

Von der Vase bis zum Prototypen

Die Technologie wird zwar seit fast zehn

Jahren „gehyped“, doch es ist Tatsache,

dass 3D-Druck die Welt der Industrie aber

auch des Designs gewandelt hat. Das be-

ginnt damit, dass sich Menschen das De-

sign eines Produkts, sei es eine Tasse,

eine Vase oder eine Sonnenuhr, einfach

aus dem Web laden und auf dem 3D-Dru-

cker ausdrucken lassen. Das geht über

die Möglichkeit, sich einen Ersatzteil für

ein Gerät, das man zu Hause hat, auf digi-

tale Weise zu besorgen und am Drucker

produzieren zu lassen. Und es endet bei

industriellen Unternehmen, die Automati-

sierungsprozesse dadurch gehörig be-

schleunigen können, weil sie kostengüns-

tig, einfach und rasch komplexe Objekte/

Teile bauen können – Modelle, Prototypen

oder fertige Produkte.

Der gedruckte Elefantenrüssel

Festo hat schon vor geraumer Zeit das

Forschungsprojekt DIMAP („Novel nano-

particle enhanced Digital Materials for 3D

Printing and their applications shown for

the robotic and electronic industry) ge-

startet – im Rahmen dieses Projekts wird

ein Verfahren erforscht, mit dem Roboter-

gelenke aus unterschiedlichen Materiali-

en konstruiert und gedruckt werden

können. Bereits beim Bionischen Hand-

ling-Assistenten, der einem Elefantenrüs-

sel nachempfunden ist, hat Festo die 3D-

Druck-Technologie angewendet. Ziel ist

nicht nur, bei der Produktion flexibler zu

sein, sondern von einem Drucker unter-

schiedliche Werkstoffe in Multi-Material-

Bauteilen kombinieren zu lassen. Anstatt

ein Werkstück aus einem festen Block zu

fräsen, baut man beim 3D-Druck Bauteile

Schicht für Schicht auf. Beim PolyJet-Ver-

fahren werden – ähnlich wie bei einem

Tintenstrahldrucker – die Materialien als

flüssige Tröpfchen aufgebracht, die von

einer UV-Lampe gehärtet werden. Dieser

Vorgang wird so oft wiederholt, bis das

Teil fertig ist.

Das 3D-Start-up

Das Problemwar bislang, dass man die für

den 3D-Druckprozess notwendigen Daten

erst aufwendig aufbereiten musste, um zu

viele Fehldrucke zu vermeiden. Das deut-

sche Start-up 3Yourmind – ein Spin-Off der

TU Berlin – hat sich 2013 dieses Problems

angenommen und in den vergangenen Jah-

ren eine Plattform entwickelt, auf der der

gesamte Druckprozess abgebildet, und die

Teile quasi auf Knopfdruck optimiert werden

können. Das Service ist auch für Unterneh-

men gedacht, die noch keine großen Vor-

kenntnisse im 3D-Druck vorweisen können.

3D-Druck-Plattform

Die dritte Dimension

der Flexibilität

3D-Druck revolutioniert die Industrie 4.0 –

ein deutsches Start-up hat eine innovative

Plattform entwickelt, mit dem Unternehmen in die 3D-Ära einsteigen können.

Längst mehr als nur ein

Spielzeug –

3D-Druck kann

heute selbst komplexeste

Formen generieren.